Anne Frank Tag 2026
Am 12. Juni 2026 fand der Anne Frank Tag, der bundesweite Schulaktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus, zum zehnten Mal in Folge statt! Die feierliche Eröffnung wurde an der May-Ayim-Schule in Berlin-Lichtenberg begangen. Teil des Programms waren neben kreativen Beiträgen von Schüler*innen auch ein Gespräch mit der Zweitzeugin Petra Rosenberg, in dem sie u. a. von der Lebensgeschichte ihres im Holocaust verfolgten Vaters Otto Rosenberg erzählte. Die Direktorin des Anne Frank Zentrums Veronika Nahm, die Unterabteilungsleiterin für Strafrecht im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Dr. Monika Becker, sowie die stellvertretende Botschafterin des Königreichs der Niederlande, Mira Woldberg, sprachen Grußworte an die Schüler*innen und weitere geladene Gäste. Ausführliche Statements der Beteiligten und weitere Informationen finden Sie hier.
Im Vorfeld zum diesjährigen Anne Frank Tag mit dem Motto »Geschichte erzählen« konzipierte das Anne Frank Zentrum auch in diesem Jahr unterschiedliche Lernmaterialien, die kostenlos an alle angemeldeten Schulen versandt werden. Der Schwerpunkt soll teilnehmenden Schüler*innen vermitteln, wie lebendig und unabgeschlossen Geschichte sein kann und wie aktiv Erinnern betrieben werden muss, damit Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten und verschwinden. Der Anne Frank Tag betont dabei stets die aktive Rolle von Schüler*innen im Projekt: Sie entwickeln eigene Formen der Erinnerung an die Geschichte sowie Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart und recherchieren und reflektieren eigene Geschichten zum Thema.
Insbesondere in der Anne Frank Zeitung wird dieses Jahr die Frage aufgeworfen, welche Geschichten erzählt werden– und welche nicht. Neben der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust wird die Lebensgeschichte von Anne Franks weniger bekannten Schwester Margot stärker beleuchtet. Margots Geburtstag jährt sich im Jahr 2026 zum 100. Mal. Darüber hinaus werden das Thema Krieg und dessen Folgen für Kinder und Jugendliche in der Zeitung behandelt. Als weiterer Schwerpunkt wird die in der deutschen Erinnerungskultur weniger präsente nationalsozialistische Verfolgung von Sinti*zze und Rom*nja als Vernichtungsgeschichte thematisiert. Im Interview spricht die deutsche Sinteza Petra Rosenberg über die Biografie ihres Vaters Otto Rosenberg, der den Holocaust – oder Porajmos an den Sinti*zze und Rom*nja – überlebte und später wichtiger Bürgerrechtsaktivist in Deutschland wurde. In einem Porträt sprechen drei junge Erwachsene über ihren Einsatz für eine vielfältigere Erinnerungskultur und die Prägung durch ihre Familiengeschichte. Zudem wird in der Zeitung auf das 10-jährige Bestehen des Anne Frank Tags eingegangen.
Ein weiterer Baustein des Lernmaterials ist auch in diesem Jahr die großformatige Plakatausstellung, die die Auswirkungen des Antisemitismus der Nationalsozialisten auf das Leben der Familie Frank mit kurzen Texten und vielen historischen Abbildungen vermittelt. Die Ausstellung mit ihrem biografischen Vermittlungsansatz bietet grundlegendes Wissen zur Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust. Durch ergänzende inklusive Videos, Audios und Handouts ist die Plakatausstellung auch in Deutscher Gebärdensprache, als Audio sowie in Fremdsprachen wie Arabisch, Ukrainisch und Englisch zugänglich.
Der Anne Frank Tag wird 2026 im Rahmen des Projekts »Vergessene Geschichten« vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert. Die Kultusministerkonferenz empfiehlt Schulen die Teilnahme am Anne Frank Tag. Das Projekt wurde 2025 mit dem PHINEO Wirkt-Siegel ausgezeichnet.










