Die Lernmaterialien für den Anne Frank Tag 2026 stehen ab sofort online zur Verfügung.
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»Wir Menschen lieben Geschichten. Sie fesseln uns, bewegen uns, überzeugen uns. Geschichten haben Macht – weil sie uns untereinander verbinden und für Zusammenhalt sorgen. So (in etwa) formuliert es der israelische Historiker und Enkel von Holocaust-Überlebenden Yuval Noah Harari.
Das Motto des zehnten Anne Frank Tags ist daher mächtig: »Geschichte erzählen«.
Wir kennen Anne Franks Geschichte, die Geschichte eines jüdischen Mädchens – weil dieses Mädchen an ihrem 13. Geburtstag damit begann, sie uns zu erzählen. 84 Jahre später, an ihrem 97. Geburtstag, hat ihre Geschichte nichts von ihrer Relevanz verloren. Sie bleibt wichtig.
Viele Jahre lang war das fast selbstverständlich. Heute ist es das nicht mehr.
Viele der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verstummen – und mit ihnen droht ihre Geschichte in Vergessenheit zu geraten. Es gibt heute Akteure, die genau das wollen. Das nannte der Direktor der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora anlässlich des diesjährigen Gedenktags der Lagerbefreiung einen »geschichtspolitischen Sturm«: Extremistische Kräfte versuchen, das Gedenken an den Holocaust für ihre eigene politische Agenda zu missbrauchen. Sie nutzen dafür auch Künstliche Intelligenz. Ein wesentlicher Teil der Arbeit von Gedenkstätten besteht mittlerweile darin, Verschwörungstheorien zu widerlegen; es bleibt weniger Zeit für Erinnerungsarbeit. Das Gedenken an die Shoa sieht sich der Gefahr ausgesetzt, verdrängt zu werden.
Das darf nicht passieren. Nutzen wir unsere menschliche Macht, eine gemeinsame Geschichte zu erzählen und zusammenzuarbeiten. Erzählen wir Geschichten, die die Geschichte von Anne Frank, von den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und von ihren Angehörigen hochhält.
Weil wir Menschen sind.«
Dr. Stefanie Hubig, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz und Schirmherrin des Anne Frank Tags 2026. Bildnachweis: Bundesregierung/Sandra Steins
»Ich finde es sehr wichtig, anhand meiner Geschichte junge Menschen zu lehren, wie wichtig es ist, dass man gut miteinander umgeht. Dass jeder Mensch gleichwertig ist. […] Und so sollen wir einander auch behandeln und nicht denken: ‚Du gehörst dieser Gruppe an. Also ich will nichts mit dir zu tun haben.‘ So kann es nicht gehen. Denn mein Leben ist ein Beispiel dafür, was geschehen kann, wenn man einander nicht gut behandelt.«
Rozette Kats - Zeitzeugin des Anne Frank Tags 2025
»Als langjährige Projektkoordinator*innen von Meet a Jew haben wir in den letzten vier Jahren sehr gute Erfahrungen in der Kooperation mit dem Anne Frank Tag gemacht. Der Anne Frank Tag und Meet a Jew-Begegnungen sind wichtige Angebote der Antisemitismusprävention, die sich hervorragend ergänzen. Gegenseitig verstärken die Angebote ihr Wirkungspotenzial, darum hoffen wir auf viele weitere Jahre der erfolgreichen Kooperation.«
Das Team von Meet a Jew
»Anne Frank hat sich im Versteck nach Freiheit gesehnt. Sie träumte von Freiheit, wenn sie auf den Kastanienbaum vor ihrem Fenster sah. Sein Kind, der Kastanienbaum auf unserem Hof, erinnert uns daran, wie wichtig Freiheit für uns alle ist.«
Charlotte, Joris, Poyraz, Jenna, Leonid und Lara Su - Schüler*innen der Anne-Frank-Grundschule Berlin
»Der Aktionstag ist eine gute Möglichkeit, sich mit dem Schicksal von Anne Frank und der Schoa auseinanderzusetzen. Neben dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte sollte auch das gegenwärtige jüdische Leben in Deutschland stärker in den Blick genommen werden. Mit dem Projekt ›Meet a Jew‹ leistet der Zentralrat der Juden einen Beitrag dazu.«
Herr Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, Foto: Zentralrat der Juden
»Wir leben heute in einer Demokratie. Aber das demokratische Miteinander fällt ebenso wenig wie das Erinnern vom Himmel. Jeder von uns spielt darin eine aktive Rolle. Der Anne Frank Tag bietet uns die Gelegenheit, gemeinsam darüber nachzudenken wie das gehen kann, sich für ein demokratisches Miteinander zu engagieren, mutig zu sein und Diskriminierung zu widersprechen.«
Veronika Nahm, Direktorin Anne Frank Zentrum
»Der Anne Frank Tag bewegt die Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Weise. Indem sie sich literarisch, gestaltend, forschend oder biographisch mit dem Schicksal Anne Franks und der Shoah beschäftigen, setzten sie aktiv ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus und für Toleranz, Vielfalt und Demokratie.«
Stefanie Gatzka, Referendarin der Lichtenbergschule Darmstadt






